Die Schule hat wieder begonnen und egal, ob euer Kind Schulanfänger ist oder schon ein paar Jahre Erfahrung hat, kann es passieren, dass sich im Laufe der Zeit ein immer stärkerer Leistungsdruck aufbaut. In solchen Momenten kommt den Eltern eine wichtige Aufgabe zu: Sie müssen vermeiden, dass sich dieser Leistungsdruck ihrer Kinder in Angst und Hass auf die Schule umwandelt, in der sie mit täglichen Hausaufgaben und Verhaltensregeln sicherlich nicht so sorglos sein können, wie in der Sommerferienzeit.

Junges Mädchen hat keine Lust, die Hausaufgaben zu machen.

Damit das nicht passiert und eure Kinder gern zur Schule gehen, gebe ich euch 8 Tipps:

1. Positive Einstellung vermitteln

Versucht euren Kindern eine positive Einstellung gegenüber der Schule zu vermitteln, damit sie das Gefühl bekommen, dass Schule vorwiegend eine schöne Lebenserfahrung und keine unangenehme Verpflichtung ist.

Kinder orientieren sich stark an ihren Eltern. Wenn sie also sehen, dass wir entspannt und konstruktiv sind, werden sie es auch sein. Spüren sie hingegen ein unruhiges und ängstliches Verhalten, werden sie schnell ebenfalls unter Stress leiden. Natürlich ist es vollkommen normal, eine gewisse Unruhe zu verspüren, vor allem wenn wir unsere Kleinen zum ersten Mal zur Schule, in die neue Klasse oder durch die Schulzeit begleiten, aber versucht bitte, diese Erfahrung in etwas Schönes zu verwandeln. Außerdem solltet ihr wissen, dass euer Kind Schulangst auch durch nonverbale Zeichen zum Ausdruck bringen kann. Dazu gehören Unruhe, Hyperaktivität, Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit. Aber auch hier gilt: keinen Stress verbreiten! Beobachtet erstmal euch selbst und versucht, die Situation zu entschärfen.

Mutter küsst ihre Tochter, um ihr Gelassenheit zu vermitteln.

2. Reden ist Silber, Vorbild sein Gold!

Unsere Kinder lernen seit der Geburt durch Nachahmung. Somit ist ein vorgelebtes Verhalten besser als tausend Ratschläge.

Versucht also, ein gutes Vorbild zu sein! Zeigt ihnen, wieviel ihr damals in der Schule gelernt habt und wie viele Sachen ihr auch heute noch im Alltag lernt. Dazu gehören kleine alltägliche Handlungen wie z.B. ein Buch, eine Zeitung oder eine Zeitschrift gemeinsam durchzublättern, einen Dokumentarfilm im Fernsehen gemeinsam anzuschauen oder neue Themen im Internet zu recherchieren. Mit eurer Lernfreude werdet ihr die Kids sicherlich anstecken!

Mutter und Tochter durchblättern gemeinsam ein Buch.

3. Die anderen respektieren

Ein häufiger Grund, weshalb Kinder die Schule ablehnen, sind die Klassenkameraden. Mit ihnen verbringt euer Kind viel Zeit. Ein gutes Miteinander ist sehr wichtig, deshalb haben Toleranz und Respekt gegenüber anderen die höchste Priorität.

Vermittelt euren Kindern, dass Anders sein auch interessant sein kann und dass nicht immer alle gleich wie wir. Bringt ihnen bei, dass man sich sehr wohl streiten, aber dann auch wieder versöhnen kann. Stellt klar, dass Regeln respektieren nicht langweilig, sondern erforderlich ist, um gut miteinander auszukommen.

Viele Schüler haben heute einen Migrationshintergrund, sind sozial benachteiligt oder leiden unter Lernstörungen. Deshalb brauchen unsere Kinder mehr kommunikative und soziale Kompetenzen. Wir als Eltern sollten erst unsere eigene Einstellungen reflektieren, weil die Kids unsere Einstellungen und Vorurteile spüren und übernehmen könnten.

Kinder mit unterschiedlichem Sprach- und Kulturhintergrund

4. Achtung aufs Schulmaterial

Es mag banal klingen, aber eigentlich ist dieser Tipp einer der wichtigsten. Das ganze Schuljahr lang sind Schultasche, Hefte, Stifte, Farben, Federtasche und andere Utensilien tägliche Begleiter unserer Kinder. Bezieht sie also bitte beim Kauf mit ein. Lasst zu, dass sich eure Kinder das Schulmaterial nach eigenem Geschmack und Interessen aussuchen: Das wird sie dazu ermuntern, mehr Ordnung zu halten. Außerdem werden sie stolz sein, den anderen Klassenkameraden die Federtasche mit dem Abdruck des geliebten Superhelden zu zeigen. Vielleicht kann dies dann auch ein nützlicher Kommunikationsanlass werden, vor allem in den ersten Schultagen, wenn sich eure Kinder etwas verloren und allein fühlen!

Federtasche mit bunten Farbstiften, Rucksack und Heft.

5. Fördert die Willenskraft

Willenskraft ist wesentlich, um die alltäglichen Herausforderungen zu bewältigen, aber auch, um ehrgeizigere Ziele zu erreichen und sich Träume zu erfüllen. Die gute Nachricht ist, dass man Willenskraft trainieren kann.

Erklärt eurem Kind, dass es mit Willenskraft und Engagement viel erreichen kann. Das wird ihm helfen, die Schule zu bewältigen und später auch all die kleinen und großen Herausforderungen zu schätzen, die das Leben bereithält.

Als Superheld verkleideter Junge, der ehrgeizige Ziele erreichen und die eigenen Träume erfüllen will.

6. Erstellt einen Hausaufgabenplan

Noch so eine Qual: die Hausaufgaben!

Nicht nur für die Kinder sind sie oft ein Alptraum, sondern auch für uns Eltern, da wir die Kids jeden Tag daran erinnern müssen, ihre Hausaufgaben zu machen.

Eine clevere Möglichkeit besteht darin, bestimmte Zeiträume festzulegen, in denen euer Kind sich aufs Lernen konzentriert. In der restlichen Zeit könnt ihr es hingegen ermutigen, seinen Hobbys nachzugehen, wie Sport oder Musik zu machen, aber bitte nicht übertreiben! Etwas freie, unverplante Zeit für Spiele sollte dem Kind immer bleiben, am besten im Freien, wo die Gedanken fliegen, Bewegung Spaß macht und es neue Freundschaften schließen kann.

Kleiner Junge hat keine Lust, die Hausaufgaben zu machen.

7. Für alles gibt es eine Lösung

In der Schule müssen Kinder jeden Tag zahlreiche Probleme lösen: von den Mathematikaufgaben bis hin zu den Auseinandersetzungen mit Mitschülern, von Schwierigkeiten beim Sport bis hin zu Kommunikationsproblemen mit Lehrern und Erziehern.

Das Beste, was wir als Eltern tun können ist, den Kindern zu vermitteln, dass es für alles eine Lösung gibt. Eine schlechte Note ist keine Tragödie, manchmal hilft sie auch, uns selbst besser einzuschätzen und weckt den Ehrgeiz, es das nächste Mal besser zu machen. Auch ein Streit währt nicht ewig, man kann sich entschuldigen und wieder versöhnen.

Ärgert euch also nicht, wenn euer Kind mit einer 4 nach Hause kommt, sondern versucht zu verstehen, wo das Problem liegt und findet gemeinsam konstruktive Lösungen.

Tafel mit Schrift "Für jedes Problem gibt es eine Lösung".

8. Lernt zuzuhören und… achtet auf alle Anzeichen von Mobbing

Vernachlässigt niemals die Kommunikation in der Familie, denn sie ist die Grundlage der Eltern-Kind-Beziehung. Findet die Zeit, euren Kindern zuzuhören, lasst euch ihren Tag erzählen und zeigt beim Zuhören Interesse. Versucht Vertrauen aufzubauen, damit die Kids den Mut aufbringen, auch unangenehme Dinge zu erzählen. Achtet auf eventuelle Verhaltensänderungen, wie zum Beispiel plötzliche Traurigkeit, Vereinsamung, häufiges Weinen oder Weigerung der Teilnahme an sozialen Situationen. Leider sind Mobbing und Cybermobbing heutzutage verbreitete Phänomene, die auch immer jüngere Opfer betreffen. Wenn ihr fürchtet, dass es sich um einen Mobbingfall handeln könnte, redet sofort mit den Lehrkräften, mit dem Schuldirektor oder dem Schulpsychologen darüber. Sie werden euch sicher bei dieser delikaten Situation weiterhelfen können.

Leidendes Mädchen, weil sie ein Mobbingopfer ist.